400 Kilo Übergewicht!!!
Das zeigte die Waage heute morgen, als wir den Bus samt Anhänger im Duisburger Hafen auf die Rampe fuhren.
Das konnte unmöglich an den gestrigen Bierchen liegen!
Also Umpacken.
Einige Kisten in den zweiten Bus. Und Überflüssiges zurücklassen.
Zurücklassen hiess: erstmal wieder zurück nach Köln.
Dort Balast abgeworfen, Kaffee getrunken und schnell wieder nordwärts auf die A1 in Richtung Münster... Kurz hinter Remscheid dann ein Schauspiel wie man es nur selten sieht:
Die Spätsommersonne ließ die Laubwälder des Vorsauerlandes in allerschönster Farbenpracht erstrahlen. Gelb, Orange und Rot in allen nur erdenklichen Abstufungen!!
Und anderthalb Stunden später, als wir den Bus vor dem Gleis 22 parkten, wehte uns ein unerwartet laues Lüftchen um die Nasen.
Plötzlich erinner ich mich an nicht ganz so warme und verheißungsvolle Herbsttage in dieser Stadt. Ich erinner mich an zwei Semester mit spärlichem Bafög und ebenso spärlichem Stundenplan, dafür sehr viel Fast Food und Miracoli.
Und an sehr viele Fahrräder.
Und an nicht minder viele Fahrradpannen.
Und siehe da: direkt neben dem Gleis 22: "Die Fahrrad Werkstatt".
Schonmal ein gutes Omen.
Und gleich noch ein weiteres für Anhänger der Numerologie: denn dieses 2. Konzert im "Gleis 22" sollte ja eigentlich passenderweisse auch unser 22. sein, denn es ist das Zusatzkonzert für den seit Wochen ausverkauften Münster-Gig am 19., aber da der Kalender bis Tourende schon pickepackevoll war, wurde es kurzerhand vorgezogen.
Was folgte, war eine - nach anderthalb Jahren Tourpause und erst einem Tag Übung - noch etwas ungewohnte, weil uneingespielte - Prozedur: Kiste um Kiste unbestimmten Inhalts wurde ausgeladen und im Club ihrer vermeintlichen Bestimmung zugeführt. Da aber noch einige Beschriftungen fehlten, war es immer fast ein bisschen wie Weihnachten wenn wieder ein Case geöffnet wurde. Denn manchmal landeten z.B. T-shirts und CDs bei Daniel und Steffi am Merchandising-Stand durfte sich über Schlagzeughocker und Beckenständer freuen...
Eine nicht alltägliche Anmoderation eröffnete dann den Abend, denn das heutige Konzert stand im Zeichen des Klimaschutzes und unter dem Banner "Klima-Tour" der Heinrich Böll-Stiftung, für die wir uns natürlich sehr gern engagieren. Danach präsentierten erneut die sympathischen und auffällig frisierten Jungs von P:lot Highlights ihres neuen Albums und gegen 22 Uhr betraten dann wir die Bühne dieses charmanten, altehrwürdigen Clubs.
Und auch heute ging es dann wieder ganz plötzlich ganz furchtbar schnell:
"klick, klick, klick"...
Zwei Stunden vergingen wie im Flug. Eh wir uns versahen, standen wir - inzwischen war es weit nach Mitternacht - schon nicht mehr auf der Bühne, sondern bei Fans und Freunden draußen auf der "Raucherterrasse" vor dem Club.. Und das noch sehr lange... Und obwohl ich nicht rauche, war es für mich und auch für alle anderen Beteiligten ein großer Spaß und ein insgesamt ganz wunderbarer zweiter Abend auf Tour.
Auch ich freu mich riesig auf die nächsten Tage und Wochen!