Sten
24.10.2008 | München Ampere
Vier Stunden, nachdem wir Wien heute morgen im Nebel verlassen hatten, erreichten wir München bei strahlendem Sonnenschein. So hatte ich es die letzten Male meist erlebt, wenn ich hier war. München scheint ein Abonnement auf traumhaftes Wetter zu haben... Herrlich! Und auch die Location: die Muffathalle, direkt an der Isar beim "Müllerschen Volksbad". Unten am Fluss, keine 20 Meter weg vom Club, kann man selbst im Oktober noch wunderbar auf den Steinen und Sandbänken sitzen und sich dem schon fast südländischen Flair Münchens hingeben... "A Traum". Leider bleibt uns dazu keine Zeit, denn aus mit uns nicht hinreichend abgeklärten und offensichtlich ausschließlich profitgesteuerten Beweggründen wurde das "Ampere" vom Veranstalter an diesem Abend gleich doppelt belegt und unser Konzertbeginn somit auf 20 Uhr vorgezogen, damit pünktlich um 22:00 Uhr der Club an die nächste "Veranstaltung" übergeben werden konnte. Irritation und Unverständnis. Und angespannte Stimmung. Das bedeute nämlich zunächst gleich mal, dass wir für Aufbau und Soundcheck deutlich weniger Zeit hatten als sonst und auch, dass Roman Fischer bereits gegen 19:15 Uhr auf der Bühne stehen sollte. Dass dieses für einen Freitag Abend äußerst seltsame Timing nicht wirklich, wie zugesichert, kommuniziert worden war, musste er dann - was wir sehr, sehr bedauern - leidvoll erfahren, als er das erste Lied spielte und gerade mal 30 Leute in der Halle waren... Die übrigen 600 Besucher trudelten, was zu ahnen war, natürlich erst zum auf den Eintrittskarten vermerkten, Zeitpunkt 20 Uhr bzw. 20:30 Uhr ein. Sehr ärgerlich. Hier wurde augenscheinlich leider eben nicht ausreichend informiert. Im Gegenteil, es wurde nun von uns erwartet, dass wir unser Programm kürzen, damit wir rechtzeitig fertig würden... Eine derartige Schamlosigkeit ist uns wirklich selten begegnet. Das kam für uns natürlich auch nicht ansatzweise in Frage. Das war so nie abgesprochen worden und ist mit uns dann auch nicht machbar! Profitmaximierung auf unsere Kosten und vor allem auf Kosten unserer Fans??! Auf gar keinen Fall! Wir wollten unserem Münchener Publikum natürlich dieselbe Show mit derselben Länge bieten, die auch andernorts für denselben Eintrittspreis zu sehen ist! Entsprechend "geladen" begannen wir unser Konzert, und Suzie ließ es sich auch nicht nehmen, diese seltsamen Vorkommnisse anzusprechen und sehr schnell deutlich zu machen, dass wir die Bühne keinesfalls vorzeitig verlassen werden und auch, wenn es sein muss, so lange dort oben bleiben, wie alle im Saal uns dort sehen wollten. Ich weiß nicht, ob das nun ein zusätzlicher Ansporn war, aber die Stimmung war grandios und tatsächlich schienen alle dafür sorgen zu wollen, dass das Konzert niemals enden sollte..; ) Wir reizten die uns gewährte Zeit also bis auf die allerletzte Sekunde aus und spielten auch hier die gewohnten und geliebten zwei Stunden. Ich denke, es hätten auch gut und gerne drei werden können! Anschließend saßen wir noch ein ganzes Weilchen "backstage" mit Freunden und Kollegen und später auch noch mit einigen treuen Fans im "Dreigroschenkeller" gegenüber. Die ganz unermüdlichen zogen noch weiter ins Glockenbachviertel, mich jedoch zog es heim ins Bett. Servus Minga. Schön war`s. Bis bald!
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