Daniel
15.06.2009 | China - Unser freier Tag in Shenyang
11:00 Uhr. Mein Hotelzimmertelefon schreit mich an. Warum muss in China alles so laut sein?! Hm, vielleicht kommt es mir auch nur so unglaublich laut vor, weil wir gestern noch in der Hotelbar gespielt und danach mit der Band „Kira“ gefeiert haben. Aber nein, es ist laut! Am Telefon ist unser Mischer Oli mit der Frage wo ich bleiben würde. Da habe ich wohl verschlafen... Weil wir heute keinen offiziellen Termin haben, dachte ich, den Wecker zu stellen, sei überflüssig. Der Vollständigkeit halber muss ich natürlich erwähnen, dass ICH heute keinen Termin habe (außer den Tag mit meiner Crew zu verbringen). Suzie, Tom und Sten sind bereits auf dem Festivalgelände, da sie an einer Konferenz zum Thema „Deutschland und China“ teilnehmen. Aber ich habe frei! Dachte ich zumindest. Aber da war ja noch was. Genau, der Besichtigungstermin in der „verbotenen Stadt“ mit meinen Crewkollegen. Die eingeweihten Leser werden sich jetzt wahrscheinlich wundern. Aber ja, wir sind noch in Shenyang. Aber hier gibt es auch eine „verbotene Stadt“. Und wie mir jetzt am Telefon langsam aber sicher wieder klar wird, haben wir uns gestern mit unserer Begleiterin vom Goethe-Institut für einen Besuch eben dieser verabredet. Da meine Crew nicht zum ersten mal mit uns unterwegs ist, haben sie meine Abwesenheit zum vereinbarten Termin ganz richtig gedeutet und bieten mir an, noch eine halbe Stunde im Starbuckscafe, um die Ecke des Hotels gelegen, zu warten. Frisch geduscht aber noch etwas mitgenommen vom gestrigen Abend und dem nicht enden wollenden Jetlag, bestelle ich mir also um Punkt 11:30 Uhr einen Latte Macchiato. Das Cafe weißt eine unglaubliche Ähnlichkeit mit dem Starbuckscafe in meiner Heimat auf. Da muss es wohl bei dieser Firma einen Plan geben. Ich nenne ihn jetzt mal Franchising. Und los geht es. Das herbeigerufene Taxi bringt uns in einem atemberaubenden Tempo sicher zur Sehenswürdigkeit unserer Wahl. Wobei man erwähnen muss, dass „sicher“ ein sehr dehnbarer Begriff ist. Von den fehlenden Anschnallgurten, die einem spätestens 10 Sekunden nach Fahrtbeginn unglaublich helfen würden sich wenigstens einigermaßen sicher zu fühlen, ganz zu schweigen. Aber wir sind da und werden für jeden vergossenen Tropfen Angstschweiß belohnt. Nach 3 Stunden Umherwandeln in dieser bezaubernden, fremden Stadt, geht es ins Restaurant und wir bestellen uns eine chinesische Kulinarität: Dumpings . Für umgerechnet 30 Euro werden 5 Mäuler gestopft und sogar noch etwas für später mitgenommen. Zurück im Hotel treffen wir auf den Rest der Band, die uns ihren Tag erzählen. Aber das sollen sie lieber selbst schreiben. Wir fahren noch gemeinsam zur Konzertbühne auf der heute Abend Haindling spielen wird, was uns sehr freut, da wir alle große Fans sind. Der Tag klingt aus mit dem Besuch einer, wie man uns versprach, furchtbar „hippen“ Disko und da diesmal auch die mitgereisten Journalisten mit von der Partie sind, wird (wie könnte es anders sein) erneut gefeiert. Und wenn wir was können, dann feiern... Liebe Grüße aus Shenyang, der Daniel

 

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