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China - Tag 2 in Peking und Ankunft in Chongqing




18.06.2009 | Sten

China - Tag 2 in Peking und Ankunft in Chongqing

Leider hatten wir nur zwei Tage in Peking, viel zu wenig natürlich, um auch nur annähernd einen wirklichen Eindruck von dieser tollen Stadt zu bekommen, aber wir beschlossen, jede Minute zu nutzen, und so fiel auch die letzte Nacht wieder sehr kurz aus. Zumindest den "Platz des himmlischen Friedens" und die "Verbotene Stadt" wollten wir natürlich sehen, bevor wir wieder zum Flughafen geshuttelt wurden. Der Nebel vom Vortag hatte sich leider immer noch nicht gelichtet, ganz im Gegenteil. Heute sah man die Hand vor Augen kaum noch. So waren die Dimensionen des Platzes und der Anlage des ehemaligen Kaiserpalastes nur schemenhaft zu erkennen.. Zu all unserem Pech gesellte sich auch der immer näher rückende Abfahrtszeitpunkt, so dass wir die Besichtigung der "Verbotenen Stadt" leider streichen mussten. Schade Peking, aber wir kommen gerne wieder, denn viel zu kurz war der Besuch und viel zu viel gibt es hier noch zu sehen. Der Flug nach Chongqing, unserer nächsten Station, war unerwartet ungemütlich: Der Nebel, der Peking im Würgegriff hatte, entpuppte sich in der Luft als ausgewachsenes Schlechtwettergebiet, und wir haben - um ehrlich zu sein - selten so ein mulmiges Gefühl während eines Fluges gehabt, denn es ruckelte schon ganz schön heftig, und die Durchsagen der freundlichen Chef-Stewardess waren für uns leider absolut unverständlich, was nicht wirklich zur Beruhingung der angespannten Nerven beitrug. Die Chinesen um uns herum im Flugzeug schien das aber alles ganz und gar nicht zu interessieren: Sie aßen ihre Bordverpflegung (Fisch und Reis) und/oder schliefen seelenruhig, während wir von einem Luftloch ins nächste taumelten..dann kann es schon nicht so schlimm sein, logen wir uns vor und schoben die Verdunklung der Fenster hinunter, um wenigstens nicht weiter in die dunklen Gewitterwolken gucken zu müssen.. Heilfroh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, stand die nächste Prüfung schon bevor: Als wir aus der Flughalle nach draußen traten, blieb uns im wahrsten Sinne die Luft weg. Freies Atmen war unmöglich. Die Luft muss annähernd 100% Luftfeuchtigkeit besessen haben und dazu eine Temperatur, die der einer Sauna jederzeit Konkurrenz machen könnte.. Nicht umsonst wird Chongqing im Chinesischen auch "die Ofenstadt" genannt. Wir dachten bis gerade, das bezöge sich auf die Tradition des "Hot Pot", der ursprünglich aus dieser für ihre scharfen Gerichte berühmtem Region stammt, nun aber wussten wir um die bewusst gewählte Doppeldeutigkeit des Begriffs! Am Flughafen erwarteten uns schon unsere beiden freundliche Betreuer Frau Wang und Sam, und in Gott-sei-dank klimatisierten Vans fuhren wir hinein in die Nacht und hinein in eine unvorstellbare Welt: Chongqing ist die größte Stadt dieses Planeten. 33 Millionen Einwohner (oder sogar deutlich mehr, so genau weiß das nämlich keiner) leben in einem Stadtgebiet so groß wie Österreich. Wahnsinn! Alle uns bekannten Großstädte verblassen beim Anblick dieser Metropole. Besonders imposant: Die Stadt liegt in den Bergen, am Zusammenfluss zweier großer Flüsse, dem Yangtze und dem Jialing, windet sich an grünen Hügeln hinauf und wieder hinab, um dann im Zentrum unaufhaltsam gen Himmel zu wachsen. Gekrönt wird dieses Schauspiel von einer Beleuchtung, die niemand von uns auch nur annähernd jemals so gesehen hat: In den buntesten Farben erstrahlen hier bei Nacht die Wolkenkratzer. Nicht von Neon-Reklamen bekannter Produkte, sondern allein als "Schmuck" der Häuser und zur Freude der Betrachter. Und so drückten wir abermals unsere Nasen platt an den Autoscheiben und staunten und staunten über dieses unglaublich beeindruckende Land. Das Hotel empfing uns mit allem Komfort, den man sich nur vorstellen kann: Unsere Zimmer kleine Suiten mit Panoramafenstern hinaus und herunter auf die bunte Stadt. Dorthin zog es uns nun auch noch einmal für einen kleinen Spaziergang ins Viertel rund ums Hotel. Was wir dort sahen, raubte uns den Rest-Atem, der uns trotz der Schwüle und Hitze noch blieb: Wir fanden unmittelbar vor und neben ultramoderen Shoppingmalls (mit all den uns bekannten Kaffeeshops und Burgerherstellern) eine Welt wie aus dem China-Bilderbuch: Menschen mit Strohhüten und nackten Oberkörpern, die schwere Lasten schultern oder Schubkarren schieben. Dazu ein Meer an Garküchen und Straßenhändlern...So stellt sich der Westeuropäer wahrscheinlich das "echte" China vor. Und auch wir waren absolut euphorisiert und konnten kaum widerstehen, von all den Köstlichkeiten, die dort feilgeboten und frisch zubereitet werden, zu probieren... Um uns vor bösen Überraschungen zu schützen, zügelten wir aber - für heute zumindest - unseren Appetit und fielen schließlich nach und nach hundemüde in unsere Betten. Das Rauschen der Klimaanlage verschwand allmählich in den Träumen, die uns in den nächsten Tag und zu neuen Erlebnissen begleiteten..
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