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China - Zàijan Shenyang, ni hao Beijing!




17.06.2009 | Sten

China - Zàijan Shenyang, ni hao Beijing!

Den gestrigen Reise-Tag von Shenyang nach Peking wollen wir nicht unerwähnt lassen, aber ihm dennoch nur die ihm angemessene Kürze zugestehen, denn leider kreuzte ein heftiges Unwetter über Peking all unsere eigentlichen Pläne. So kam es, dass wir am Flughafen im wahrsten Sinne festsaßen und – schon eingecheckt und durchleuchtet - sage und schreibe 6(!) Stunden am Gate und auf zunehmend unbequemeneren Sitzen verbrachten. Ohne jegliche Info, permanent auf „Abruf“ wartend. Dies waren die wohl längsten sechs Stunden unseres Bandlebens. Es gab dort nämlich nichts von all dem, was man in solchen Momenten begehrt: Kaffee, Essen, Internet... – doch, halt: Essen gabs schon, allerdings nur ein extrem begrenztes Angebot an Instant-Nudelsuppen. Nach 2 Portionen war das Kontingent des kleinen Imbiss dann auch schon genau so erschöpft wie wir mittlerweile. Und als wir kaum noch zu hoffen wagten, an diesem Tag noch nach Peking zu kommen, wurde das Flugverbot dann doch endlich aufgehoben und wir auf eine neue, startbereite Maschine umgebucht. Glücklich, aber völlig geschafft konnten wir dann gegen 23 Uhr endlich auch in unser Hotel in Peking einchecken, wo wir auch schon auf bekannte Gesichter trafen: die Band Kira, die am Abend dort gespielt hatte und einige Kollegen von der Konferenz waren im selben Hotel untergebracht. Weil wir ja den ganzen Tag über noch nichts gegessen hatten, schlossen wir uns kurzerhand der Kiraband an und konnten endlich den berühmten „Hot Pot“ probieren. Eine Art Fondue, nur eben - wie der Name schon nahe legt - in „scharf“. In der Mitte eines Tisches befindet sich eingelassen der Topf mit der scharfen Brühe, und nach und nach kommen die exotischsten Köstlichkeiten hinzu. Wir haben auf allzu exotisches natürlich verzichtet: Um HundKatzeMaus oder ähnliches muss sich also niemand sorgen..; ) Auch Blut und Hirn (angebliche Spezialitäten) haben wir dann doch lieber ausgelassen. Die „harmloseren“, wenn auch oft nicht minder unbekannten Zutaten schmeckten aber ganz ausgezeichnet, und wir können mit Fug und Recht sagen, dass dies bisher wohl unser leckerstes Abendessen war. Der heutige Tag begann früh, denn wir wollten, obwohl wir ja heute Abend ein Konzert spielen sollten, unbedingt auch die chinesische Mauer sehen. Die Fahrt dorthin von Peking aus dauert etwa anderthalb Stunden und so sind wir gleich nach dem Frühstück in den extra für diesen Anlass angeheuerten Bus (samt Fahrer) gestiegen und losgebraust. Leider vernebelte uns ein nicht weichen wollender Dunst die Sicht auf alles weiter als 500 Meter entfernte abseits der Strecke und leider dann auch auf die tollen Berge und die Mauer selbst. Das tat dem Erlebnis aber nicht wirklich Abbruch, denn wenn man erst mal die vielen Händler und Souvenirshops hinter sich gelassen hat, und mit der Seilbahn auf die Bergkuppen gefahren wurde, bietet sich einem ein unvergessliches Schauspiel. Ein Bild das sicher jeder kennt und wenn man dann dort oben auf der Mauer steht und lang läuft, kommt es einem fast surreal vor, so vertraut und fremd gleichzeitig sind die Eindrücke. Wir waren ganz bewusst nicht zu dem touristischeren Abschnitt nach Badaling, sondern zu dem noch etwas ursprünglicheren Teil bei Mutianyu gefahren, aber selbst dort blieb man vom Werben der doch auch dort zahlreichen Händler nicht verschont. Auf dem Weg zurück zum Bus kamen einige von uns dann auch nicht umhin, ein paar Souvenirs zu kaufen: Mao-Bibeln, Jadefiguren, Postkarten...den Vogel schoss aber zweifellos Suzie ab, mit ihrer neuen Panda-Mütze... Pünktlich zum Soundcheck waren wir dann auch wieder in Peking. Unser Auftritt heute war im Gegensatz zu den vorangegangenen kein Open-Air Konzert, sondern eine „klassische“ Club-Show. Ort des Geschehens: der Club Yugongyishan. Und Peking enttäuschte unsere Erwartungen nicht: Auch hier war die Stimmung und das Publikum grandios. Wir wurden erneut auf einer Woge der Begeisterung getragen. Auf Seiten des Publikums und auch auf unserer eigenen. Wir sind überwältigt von so viel Zuspruch und Herzlichkeit. Und froh und dankbar, diese Reise angetreten zu haben. Sie übertrifft unsere kühnsten Erwartungen. Xièxie Beying!!
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