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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel
03.07.2008 | Suzie
Nach dem Spiel ist vor dem SpielDieser Sepp Herberger-Klassiker resümiert die EM 2008 meines Erachtens am treffendsten. Nicht nur, weil die Deutsche Nationalmannschaft wegen des Fluches, der auf Michael “die Wade“ Ballack zu liegen scheint, mal wieder nur „Sieger der Herzen“ wurde, sondern viel mehr noch, weil ich bekanntermaßen kein ausgewachsener Fußballfan bin – und wohl auch nie sein werde.
Trotzdem ging auch an mir der Fußballzauber nicht ganz spurlos vorüber: All die kleinen Fähnchen, die an jedem Auto nervös der Niederlage entgegenzitterten, das „Public Viewing“ und die Kilometer langen Autocorsos machten mich beinahe wahnsinnig. Vor allem aber die bunten Flaggenschminkstiftchen, die jeder jedem ins Gesicht drückte. Hiervor konnte ich mich dann noch am erfolgreichsten wehren; das wäre einfach zu viel des Guten gewesen. Und über die Fußballergebnisse wurde ich ja dann auch immer relativ zeitnah unterrichtet, dank meiner lieben Bandkollegen.
Aber lest selbst, was der Kleeband während der EM so alles geschah:
FOTO 1 Vier lange Wochen standen uns bevor. Vier Wochen Fußball. Sten, Tom, Daniel und Pele waren bestens vorbereitet und fachsimpelten im Tourbus über Aufstellungen, Mythen, Elfmeterentscheidungen, den Dialekt und die Frisur des Bundestrainers und natürlich über die Spielerfrauen. Morgens wurden zur mentalen Unterstützung der Nationalmannschaft Nutella-Brote geschmiert und in ausfaltbare Formulare wurde penibel jedes Spielergebnis eingetragen. Hier seht ihr ein paar Fotos davon, wie die Herren sich getrennt voneinander den diversen Spielen hingegeben haben.
FOTO 2 Sten verbrachte einige Tage in Rom – insgeheim erhoffte er sich vielleicht sogar eine Audienz beim „obersten Teamchef“, um so quasi Hilfe und Einfluss von ganz oben zur erwirken... Da er aber fünf Minuten zu spät am Petersdom war, verfolgte er die Spiele schließlich inmitten einer bunt gemischten Fußballgesellschaft am Campo di Fiori.
FOTO 3 Tom, der in Berlin weilte, konnte sich –entgegen seiner Neigung- dann doch noch den Besuch der Fanmeile verkneifen und guckte lieber feucht-fröhlich mit einigen Musikerkollegen.
FOTO 4 Daniel nutzte die Gunst der Stunde, und begab sich bereitwillig in die „Abseitsfalle“. Pele ging so sehr im Partytaumel unter und auf, dass es von ihm kein einziges Foto zu sehen gibt.
FOTO 5 Dann war es auch schon soweit: Das großartige Halbfinale stand an. Die Türkei und Deutschland gegen den weltweiten Ton- und Bildausfall. Sozusagen: der globale Herzstillstand!
FOTO 6 Stillstand aber keineswegs bei uns, denn zwischen Halbfinale und Finale standen bei uns zwei Konzerte auf dem Programm. In Saarbrücken und Dresden. Was fahrtroutenmässig so ziemlich das aufreibenste ist, was man sich vorstellen kann, zumal an diesem Wochenende nicht nur das allgemeine Rauchverbot, sondern auch die Schulferien „in Kraft“ traten. Aber spätestens als wir Samstagsnachmittags nach langer Fahrt am Elbufer ankamen wussten wir, dass die Reise jeden Zentimeter wert gewesen war.
FOTO 7 Die Altstadt von Dresden bildete die Kulisse, vor der wir am Abend spielen sollten. Traumhaft! Schnell wurde ausgeladen, aufgebaut und Soundcheck gemacht, um dann bis zum Konzertbeginn die Aussicht zu genießen.
FOTO 8 Von unserem Backstagezelt aus konnte man den unverbauten Blick auf die Frauenkirche, die Zitronenpresse und die Akademie bestens überblicken, und bei wunderschönem Wetter, leckerem Essen und einem kleinen Plausch mit extra angereisten Fans, wurde uns die Wartezeit bis zum Auftritt versüßt und Pele hatte sogar noch Zeit, sich von seinem EM-Bart zu trennen.
FOTO 9 Unser Konzert endete nach 70 Minuten und zwei Zugaben in der goldenen Dresdner Abendsonne. Schön dass an diesem Abend kein Spiel mehr auf dem Plan stand. |
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