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Augsburg Kantine 26.10.2008 | Suzie
Augsburg KantineLiebes Tagebuch
Nach dem Konzert in München im Ampere habe ich am Off Day meinen persönlichen Stromkreislauf für ca. 32 Stunden auf „stand by“ gestellt und mich in einen tiefen, sehr tiefen Dornröschenschlaf begeben. Nachdem mich ein Prinz in einem Zimmermädchenkostüm unsanft aus dem Schlaf geküsst hat, ließ ich die letzten Herbstsonnenstrahlen während eines Bummels über den Viktualienmarkt auf mein noch ungekröntes Haupt strahlen.
Bei der Gelegenheit hab ich dann auch gleich meinen Hotelzimmerschlüssel verloren, aber mittlerweile bin ich überzeugt, dass unser Bandname wohl doch etwas mit dem Glücksklee zu tun hat, denn welch Wunder, ich fand ihn tatsächlich wieder in diesem Füllhorn von verbotenen Früchten und süßem Senf.
Abends trafen wir uns in einer urigen Schänke, und die Jungs tranken ihr Bier aus riesigen Krügen, in die ihre kompletten Köpfe passten. Ich bin dann später noch schnell in mein Dirndl geschlüpft und habe mit Oliver Kahn im P1 einen Schuhplattler getanzt und danach im Champagner gebadet. Was man halt so macht in München, gell.
Am anderen Morgen hatte sich Oliver Kahn in Tante Inge verwandelt. Tante Inge hat ein sehr schnelles Auto, heißt in Wirklichkeit Ingo, kommt aus Stuttgart und unser Frl. Rottenmeier und Tourmanager Pese hat ihn mit in unsere kleine Kleefamilie gebracht. Tante Inge und ich hatten den Plan, ein professionelles Weißwurstfrühstück zu uns zu nehmen, bevor wir uns alle auf den Weg nach Augsburg machen. Wie ich aus zuverlässiger Quelle weiß, muss man Weißwürste unbedingt vor 11 Uhr morgens zutzeln, sonst weiß jeder, dass man kein krachlederner Bayer ist.
Leider war das Unternehmen schwieriger als man vermuten würde. Im Glockenbachviertel ist ein romantisches Weißwurstfrühstück nämlich so was von Yesterday!
So liefen wir meilenweit für unsere Würste und zwar zum Hacker Pschorr Brauhaus, und wenn einem bei diesem Namen nicht eh das Gebiss raus fällt, kann man dort hervorragend würschteln, und das mit allem Pipapo, Brezn und süßem Senf.
Wir speisten im Zeitraffer und flitzten wie Speedy Gonzales zurück zum Treffpunkt, um München zu verlassen und ein neues Abenteuer in Augsburg zu erleben.
Im Bus schlief ich zu den Klängen von Oasis stante pedes ein und als ich in Augsburg aufwachte, lief immer noch der gleiche Song.
Oli musste den Fluxkompensator aktiviert haben.
Die Kantine überraschte uns, denn sie ist in ein anderes Haus umgezogen und präsentierte sich in feschem, neuem Gewand.
Bei bestem Flugwetter luden wir unsere Zaubertruhen aus und platzierten alles auf der großzügigen Bühne. Nachdem ich meine Augsburg-Connection sicher auf der Gästeliste platziert hatte, kamen auch endlich die überaus charmanten Roman Fischers zum Soundcheck.
Für sie ein Heimspiel, denn Roman lebte einst in der Augsburger Puppenkiste, wie man unschwer an dem längeren „Faden“ an seinem Kopf erkennen kann.
Nach einem fantastischem Roman Fischer Konzert standen wir am Bühnenaufgang, und nach den ersten Beats aus Daniels Bassdrum begleitete mich die Hand von Pese auf die Bühne.
Und da standen sie alle, und auch die Kleewiese war wieder fast vollständig da und trug mit wunderbaren Seifenblasen zur Bühnenshow bei.
Die Bühne lebte und sie klebte.
Als ich mir bei der ersten Zugabe die High Heels auszog, dachte ich kurz, jemand hat den Bühnenboden mit Konrads Spezial Kleber eingeschmiert.
Nach dem Konzert klebten Schneeflocken und Goldglitzer an meinen rabenschwarzen Füßen. Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte man glauben, ich hätte bei den Bläck Fööss einen Gastauftritt gehabt.
Dann habe ich etwas gemacht, was ich noch niemals zuvor nach einem Auftritt gemacht habe: Ich habe mir die Füße gewaschen, um dann mit den verbliebenen lieben Konzertbesuchern noch ein Schwätzchen zu halten.
Den schönen Tag ließen wir dann noch im Karnevalszimmer 111 im Hotel ausklingen.
Apropos klingen, Daniel, der ja Klingen mit Nachnamen heißt, kam auch noch später dazu, denn er ist anstatt in den Bus zu steigen, noch schnell ins „Weiße Lamm“ ausgebüchst, und so saßen wir alle beisammen und erzählten uns die schönsten Gute Nacht Geschichten.
Bis morgen in Stuttgart, ich freu mich jetzt schon!!
Gute Nacht
Eure Suzie
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