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Frankfurt Brotfabrik / Off-Day am Chiemsee



21.10.2008 | Daniel

Frankfurt Brotfabrik / Off-Day am Chiemsee

Liebes Tagebuch. Der gestrige Tag war frei. Ich weiß schon seit längerem nicht mehr, ob ich diese„Off-Days“ (wie sie im Fachjargon genannt werden) gut oder schlecht finden soll. Einerseits ist ein Tag Pause natürlich entspannend, andererseits reißt er einen auch irgendwie aus dem Rhythmus. Wie dem auch sei, ich werde das beobachten und meine Meinung zu diesem Thema später nachreichen. Heute spielen wir in Frankfurt. Das haben wir schon seit sehr sehr langer Zeit nicht mehr, zumindest nicht als so genannter„Hauptact“ (wieder so ein Wort für Musikbuissnesinteressierte). Um ehrlich zu sein (und ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern) habe ich persönlich noch nie mit Klee in Frankfurt als „Hauptact“ gespielt. Nur einmal als Vorband auf der Tour mit Nena. Als 2003 für einige Konzerte im Rahmen der „Unverwundbar-Tour“ einmal im „Cookies“ gastiert wurde, spielte noch mein Vorgänger Martell am Schlagzeug. Da sich gestern alle KLEE-Mitglieder einzeln in die vier Himmelsrichtungen aufgemacht haben und auch privat wieder anreisen, fahre ich mit Jan (eifrigen Tagebuchlesern vielleicht auch besser bekannt als „Moses“) allein nach Frankfurt. Wären wir zeitiger aufgestanden hätten wir also locker noch eine Partie Golf im Bus spielen können. Der ausgesprochen überschaubare Berufsverkehr lässt die etwas knapp kalkulierten 3 Stunden Fahrt nach Frankfurt jedoch zügig an uns vorbei gehen, und so kommen wir als zweite (nach Oli, der den freien Tag bei seinen Eltern in Bingen verbrachte) auf die Minute genau um 14:00 Uhr an der Brotfabrik an. Als erstes fällt mir die enge Stahltreppe auf, die sich ins obere Stockwerk windet, und als ob ich es nicht geahnt hätte, handelt es sich dabie um den kürzesten und somit Lade-Weg in den Club. Also erst mal den Backstage begutachten, einen Kaffee trinken, eine Zigarette rauchen und warten bis nach und nach alle eintrudelten. Tom, Suzie und Sten müssen mit Pese im andern der beiden Kleemobile zum Radio, um Interviews zu geben. Der Rest trägt unterdessen, natürlich mit tatkräftiger Unterstützung der örtlichen Helfer, unseren ganzen Kram in die erste Etage. Was würden wir für diese neuartige Erfindung aus Amerika gegeben. Ich glaube sie nennen es „Lift“, oder war es „Elevator.“..? Das übliche Soundcheckprozedere werde ich jetzt mal überspringen. Nachdem wir uns in Münster ja schweren Herzens von „Neuser“ trennen mussten (vielen Dank nochmals für Euren Support!), dürfen wir in Franfurt nun Roman Fischer mit seiner Band begrüßen, der die nächsten 6 Konzerte mit uns bestreiten wird. Bei seinem Konzert kann man am freundlichen Empfang des Publikums schon erahnen, dass dies ein großartiger Abend zu werden scheint. Und so ist es dann auch. Ich habe zwar diese Knöpfe im Ohr (Kopfhörer für meinen Monitorsound), aber selbst mir, in hinterster Reihe, ist nicht entgangen, dass das Frankfurter Publikum in der ausverkauften Brotfabrik, mit Abstand die lautesten „Gold“-Skandierer der bisherigern Tour sind. Und auch was das Mitsingen der übrigen Songs und die Beifallsstürme zwischen den Stücken angeht: Hut ab!! Hiermit für die noch folgenden Konzertbesucher: Das müsst ihr erst mal schaffen...!!!; -) Nach dem Umziehen in nicht verschwitzte Kleider, der obligatorischen Zigarette danach, dem Treffen der Fans, die noch im Konzertsaal auf uns warten, um zu guter letzt noch ein wenig zu plaudern, gab es aber noch einen besonderen Tagesordnungspunkt, der auf uns wartet: 0:00 Uhr: Anstoßen auf Jan`s (Moses) Geburtstag! Und morgen geht es erneut in einen freien Tag. Und den werden wir beim „Unterwirt“ in Chieming am Chiemsee verbringen. Aber davor liegen noch ein paar Stunden Schlaf und 7 Stunden Autobahn mit 100 km/h... Bis bald, der Daniel Mittwoch, 22. Oktober 2008 / Chieming / Daniel Der Einfachheit halber übernehme ich im Anschluss auch gleich mal den „Off-Day“. Wie Vortags ja bereits erwähnt, hat die Reisegruppe, der ich angehöre, ja etwas über 7 Stunden zu unserem Hotel am Chiemsee gebraucht. Nichts was wir nicht kennen! Ich übernehme den ersten Teil am Steuer bis irgendwo hinter Würzburg. Dann kann ich nicht mehr und bin heilfroh, dass Chris das Steuer übernimmt. Im hinteren Teil des Busses legt Pele eine weitere (die gefühlte 125igste) Staffel von „Mein neuer bester Freund“ in den DVD-Player. Puh, ein Glück muss ich nicht mehr fahren und kann mich auf dem Beifahrersitz mit meinem Ipod beschäftigen. So sehr ich Christian Ulmen schätze, „ Mein neuer bester Freund“ ist mir zu hart. Da man nur zuhören kann auf dem Platz auf denen ich sitze, muss man sich die Bilder selbst zusammenreimen. Und ich kann Euch sagen, meiner Phantasie waren noch nie Grenzen gesetzt. Dieses Format allerdings treibt mich in den Wahnsinn. So einen hohen „Selbstschämfaktor“ habe ich sogar bei „Richterin Barbara Salesch“ nicht!! Es bereitet mir körperlich Schmerzen mir all diese Szenearien vorzustellen. Wie dem auch sei. Endlich kommt unsere Reisegruppe am Chiemsee an und wie könnte es anders sein... Unsere Zimmer zum See sind zwar schön, aber wo ist der See?! Wahrscheinlich irgendwo im Nebel, im Dunkeln. Morgen weiß ich mehr. Erstmal muss ja auch der Geburtstag des „Mose“ gebührend gefeiert werden. Also nichts wie ab in das hoteleigene Restaurant. Bayrische Gemütlichkeit soweit das Auge reicht. Und kochen können die hier ja nun wirklich. Danach geht’s noch in die dorfeigene Cocktailbar und auch dieser Abend zu Ende. Mal sehen ob ich morgen den Chiemsee zu Gesichte bekomme, bevor wir zu unseren Nachbarn fahren, um in Ihrer Hauptstadt unser einziges Österreichkonzert dieser Tour bestreiten zu dürfen. Aber jetzt kommt erst mal unsere Sängerin in mein Zimmer und will mir unbedingt noch Anthony von Anthony & the Johnsons vorspielen. Da man Tipps von Ihr nie in den Wind schießen sollte, werde ich bei meiner letzten Zigarette mal versuchen, den Rest meiner noch verbliebenen Aufmerksamkeit auf diese wunderschöne, melancholische Musik zu richten. Gute Nacht und bis bald, der Daniel Fotos: Leif Strehlow, privat
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