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Köln Stollwerck
17.10.2008 | Suzie
Köln StollwerckLiebes Tagebuch,
Ich habe heute Nacht von Tentakeln geträumt. Wahrscheinlich, weil ich es bei den letzten beiden Konzerten irgendwie immer vermasselt habe, das Kleid mit den vielen bunten Bändern trotz professioneller Hilfe von Pese und Moses richtig anzuziehen.
In Hamburg hatte ich das Kleid schlichtweg verkehrt herum an. Diesen Fauxpas habe ich versucht mit meinen Haaren zu kaschieren, bestenfalls habe ich einen neuen Trend ausgelöst, und man trägt in Hamburg ab jetzt V-Ausschnitt am Rücken.
Nach eingehender Beratung haben wir dann für Bremen einen bombensicheren, neuen Plan erarbeitet.
In Bremen merkte ich dann erst auf der Bühne, dass mir irgendetwas den Hals einschnürt und der Ausschnitt zwar da war, wo er hingehört, aber auf wunderliche Weise das Dekollete für meinen Geschmack etwas zu sehr entblößte. Daniel allerdings hatte seine wahre Freude daran.
„There is no BUSIness like showBUSIness.“
Aber jetzt geht es erstmal nach Hause. Nach Köln.
Den Off Day verbrachten wir zum größten Teil auf der Autobahn, und als wir endlich die Domspitzen am Horizont entdeckten, hatten Steffi und ich auch schon einen neuen Plan erarbeitet, was das bunte Tentakelkleid betrifft, und das wird morgen ausprobiert.
Nach einer viel zu kurzen Nacht in den blauen Daunen ging es erstmal zu 1Live zum Interviewmarathon, weil wir doch nominiert sind für die 1Live Krone in der Kategorie „Beste Band“.
Unter anderem sollten wir ein Bild malen. Dieses endete allerdings in einer expressionistischen Farbschlacht und nicht nur die Studiowände, sondern auch wir sahen aus wie ein Kunstwerk von Gerhard Richter.
Wer sich das ansehen will, kann sich auf der 1Live Seite zum Krone TV durchklicken und bei der Gelegenheit gerne auch noch mal sein Stimmchen für uns abgeben.
Als wir am Stollwerck ankamen, hatte unsere Supercrew schon alles aufgebaut und der Soundcheck konnte beginnen.
Das übliche Prozedere: „Etwas mehr Bass bitte, meine Stimme ist zu laut, meine Stimme ist zu leise...“
Mit großem „Hallo“ wurden Neuser willkommen geheißen. Neuser ist eine 4-köpfige Band aus Köln, und wir freuen uns sehr, die nächsten 3 Konzerte mit ihnen zusammen zu spielen.
Das Backstage wurde nun kurzfristig in eine Änderungsschneiderei umfunktioniert, und der liebe Pele machte erste Gehversuche als Model. Bruce Darnell würde blass vor Neid, wenn er das hätte sehen können.
Mal sehen, ob das mit dem „neuen“ Kleid heute funktioniert, aber wie der Pele später auf der Bühne noch sagen wird: „Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer joot jejange“.
Das Konzert von Neuser habe ich mir mause-mäßig vom Bühnenrand angeschaut und war genauso begeistert wie das Publikum.
Ran an den Speck. Wir sind dran.
Erst nach dem ersten Refrain von „Wie weit“ traute ich mich wirklich ins Publikum zu schauen.
Craaaazzzy!
Das ausverkaufte Stollwerck glich einem Zaubermeer aus Energie und Glanz.
Mein Herz schlug vor Freude so laut wie Daniels Bassdrum, und als später spontan das ganze Publikum mit mir einstimmte „Hey Kölle“ zu singen, schlug mein Herz so laut wie ein ganzes Paukenorchester.
„Do bes en Stadt mit Hätz und Siel“
Mir persönlich kam die Zeit auf der Bühne viel zu kurz vor, um all das sagen zu können, was so in meinem Kopf rumspukte...
Aber man muss ja bekanntlich gehen, wenn es am schönsten ist.
Aber wir sind noch lange nicht gegangen, denn es gab noch eine klassische Backstage Party mit vielen unserer Freunde und diese verlängerten wir dann auf der Aftershow Party im „Tsunami-Club“, wo wir uns zu den heißen Scheiben und schrillen Rillen von Mike, dem besten DJ der Welt, die Schuhsohlen durchtanzten.
Ich lebe mich tatsächlich durch eins der schönsten aller Leben mit den besten Menschen der Welt.
Danke für diesen Tag.
Hey Kölle, do bes e Jeföhll!
Suzie
P.S.
Das Tentakelkleid-Spektakel hat heute tatsächlich problemlos funktioniert. Danke Steffi!
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